Management im Kopf

Ob man einen schief eingeschlagenen Nagel besser mit einem Hammer oder einer Zange korrigiert, ist meist eine einfache Entscheidung. Das bessere Werkzeug ergibt sich aus dem Problem selbst - der Fehlstellung des Nagels. Dasselbe Prinzip gilt auch für das Klären und Lösen komplexer Verhältnisse. Was bei schwierigen geistigen Problemen herauskommt, hängt einzig und allein von den Denkwerkzeugen ab, die man dafür einsetzt.

 

Unter Denkwerkzeugen stellt man sich am besten Denkhilfen vor, in denen das erforderliche Wissen idealerweise hirn- und systemgerecht so organisiert und zusammengespielt wird, dass es rasch und korrekt eingesetzt werden kann. Ein Taschenrechner ist ein einfaches Beispiel dafür, er hilft, die Mathematik schnell und korrekt anzuwenden. Aber so wie unsere Urgroßväter nicht ahnen konnten, dass man eine Integralgleichung heute schnell mal mit einem Taschenrechner ausrechnet, können sich heute viele nicht vorstellen, dass man zum Klären und Lösen komplexer Probleme spezielle Instrumente braucht.

 

In den letzten rund sechzig Jahren, so alt ist das neue Denken aus den Systemwissenschaften in etwa, haben sich zwar viele führende Forscher mit großem Aufwand dafür engagiert, das notwendige Umdenken in der Gesellschaft mit tollen populärwissenschaftlichen Beiträgen herbeizuführen. Doch wer den Tatsachen nüchtern ins Auge blickt, muss einsehen: Sie alle sind an dieser großen und wichtigen Aufgabe gescheitert. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist: Ihr Scheitern bestätigt ihre bisher veröffentlichten Forschungsergebnisse und Lehren. All diese Autoren haben aufgezeigt, warum das Meistern komplexer Situationen mit dem Mindset der Old School nicht gelingen kann, weshalb man eine spezielle Denkweise und besondere Denkwerkzeuge braucht.